ANTALYA – Bei den laufenden Ausgrabungen in der antiken Stadt Aspendos im türkischen Ferienort Antalya wurde eine etwa 2,20 Meter hohe Marmorstatuengruppe aus der römischen Kaiserzeit freigelegt. Nach Angaben des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus stellt das außergewöhnliche Fundstück den Heilgott Asklepios gemeinsam mit seinem Sohn und Begleiter Telesphoros dar. Die Entdeckung erfolgte im Rahmen des Projekts „Geleceğe Miras“ (Vermächtnis für die Zukunft).

Der türkische Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, erklärte, dass die Skulptur zwischen den eingestürzten Bauteilen des nördlichen Flügels des Monumentaltors am Ostplatz der Theaterstraße gefunden wurde. Archäologen datieren die Statuengruppe auf das späte 2. Jahrhundert n. Chr., womit sie rund 1.800 Jahre alt ist.

Die Fachleute betonen die außergewöhnliche handwerkliche Qualität des Fundes. Besonders die fein ausgearbeiteten Gesichtszüge, das detailreiche Haar und der Bart des Asklepios sowie die sorgfältig gestalteten Gewandfalten spiegeln die hohe Kunstfertigkeit der römischen Bildhauerei wider.

In der antiken griechischen und römischen Mythologie galt Asklepios als Gott der Heilkunst und Medizin. Sein Sohn Telesphoros symbolisierte den Genesungsprozess und die vollständige Erholung nach einer Krankheit. Die gemeinsame Darstellung beider Figuren steht daher für den gesamten Weg von der Behandlung bis zur vollständigen Heilung.

Nach Einschätzung der Archäologen liefert der spektakuläre Fund neue Erkenntnisse über die Heilkulte, religiösen Vorstellungen und das gesellschaftliche Leben im antiken Aspendos. Gleichzeitig dürfte die Entdeckung wichtige Impulse für die zukünftige archäologische und wissenschaftliche Erforschung der bedeutenden antiken Stadt geben.

Quellen: Türkisches Ministerium für Kultur und Tourismus, Erklärung von Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy sowie Anadolu Ajansı.