Ein Vorfall im beliebten Feriengebiet Manavgat bei Antalya ist Gegenstand einer Untersuchung der türkischen Behörden. Nach Berichten türkischer Medien wurde ein deutscher Tourist im Zusammenhang mit dem Tod eines Welpen beschuldigt und vorübergehend festgenommen.

Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur İhlas Haber Ajansı (İHA) soll der Tourist mit einem gemieteten ATV (Geländefahrzeug) einen Welpen angefahren haben. Anschließend soll das verletzte Tier am Kopf mit einem Stein getroffen worden sein. Diese Darstellung wird in den Medien jedoch ausdrücklich als Vorwurf beziehungsweise Behauptung wiedergegeben. Eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung liegt nicht vor.

Vorfall in Ilıca

Der Vorfall soll sich am Freitagabend im Stadtteil Ilıca in Manavgat ereignet haben.

Nach den veröffentlichten Informationen bemerkte der Motorradkurier Alican Yılmaz die Situation und verständigte den türkischen Notruf 112. Medienberichten zufolge soll ein von einem der deutschen Touristen genutztes ATV einen Welpen erfasst haben.

Anschließend soll das Tier am Kopf mit einem Stein getroffen worden sein.

Wie genau sich der Vorfall ereignet hat und welche Absicht hinter den Handlungen gestanden haben könnte, lässt sich anhand der bislang veröffentlichten Informationen nicht abschließend feststellen.

Nach dem Vorfall leitete die örtliche Jandarma (Gendarmerie) Ermittlungen ein.

ATV-Kennzeichen und Aufnahmen der Helmkamera

Im Rahmen der Ermittlungen wurde unter anderem das Kennzeichen des ATV überprüft, um den Verantwortlichen zu ermitteln.

Nach den veröffentlichten Berichten führte die Spur zunächst zum Vermietungsunternehmen und anschließend zu den betreffenden deutschen Touristen.

Auch Aufnahmen der Helmkamera des Motorradkuriers sollen im Rahmen der Ermittlungen ausgewertet worden sein.

Deutscher Tourist nach Aussage bei der Staatsanwaltschaft wieder freigelassen

Der deutsche Staatsangehörige, der in den türkischen Medien mit den Initialen J. R. genannt wird, wurde im Rahmen der Ermittlungen vorübergehend festgenommen.

Nach seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft in Manavgat wurde er wieder freigelassen.

Gegen den Mann wurden Vorwürfe erhoben und er wurde vorübergehend festgenommen. Nach den derzeit vorliegenden Informationen liegt jedoch keine rechtskräftige Verurteilung vor.

Was bislang bekannt ist

  • Ort: Ilıca, Manavgat, Antalya
  • Zeitpunkt: Freitagabend
  • Fahrzeug: ATV
  • Betroffenes Tier: Welpe
  • Meldung: Türkischer Notruf 112
  • Ermittlungsbehörde: Örtliche Jandarma (Gendarmerie)
  • Ermittlungsansätze: ATV-Kennzeichen und laut Medienberichten Aufnahmen einer Helmkamera
  • Beschuldigter: Deutscher Staatsangehöriger, in türkischen Medien als J. R. bezeichnet
  • Aktueller Status: Nach Aussage bei der Staatsanwaltschaft wieder freigelassen
  • Rechtliche Einordnung: Vorwürfe, keine rechtskräftige Verurteilung

Redaktionelle Einordnung

Verifizierungsstatus: 🟢 Ermittlungs- und Festnahmevorgang durch mehrere türkische Medien bestätigt.

Mehrere türkische Medien berichten übereinstimmend über den Vorfall, die Ermittlungen, die Identifizierung des deutschen Touristen, seine vorübergehende Festnahme sowie seine anschließende Freilassung. Die ursprüngliche Meldung stammt von der Nachrichtenagentur İhlas Haber Ajansı (İHA).

Die konkrete Darstellung, dass der Tourist den Welpen nach dem Zusammenstoß mit einem Stein getötet habe, bleibt nach dem derzeit verfügbaren Informationsstand ein Vorwurf beziehungsweise eine von den Medien wiedergegebene Behauptung. Sie sollte daher nicht als erwiesene Tatsache dargestellt werden.